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Initiative "Wir Lehrer gegen die Rechtschreibreform |
und für eine einheitliche, systematische Rechtschreibung" |
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Pressemitteilung |
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Die Lehrerinitiative informiert die Bevölkerung über die sog. Rechtschreibreform
Die Initiative "Wir Lehrer gegen die Rechtschreibreform und für eine einheitliche, systematische Rechtschreibung" hat an vielen ratlosen Leserbriefen erkannt, daß die Bevölkerung von interessierten Kreisen über die sog. Rechtschreibreform einseitig, also falsch informiert wurde. Die Lehrerinitiative beginnt daher heute in zwangloser Reihenfolge mit einer Aufklärungsserie über die sog. Rechtschreibreform.
Teil 1 vom 23.03.1997:
Lehrerinitiative: "Da ist der Wurm drin!"
Interessenkollisionen und Überforderung der am 24./25. März tagenden Zwischenstaatlichen Rechtschreibkommission beim Institut für deutsche Sprache in Mannheim, Lehrerinitiative fordert Ablösung der Kommission
Die Initiative "Wir Lehrer gegen die Rechtschreibreform und für eine einheitliche, systematische Rechtschreibung" stellt fest: Durch das Rechtschreib-Chaos in zehn verschiedenen Wörterbüchern (FAZ 15.03.97, S. 35) wurde die bisherige Einheit der Rechtschreibung zerstört. Am 24./25. März tritt nun die Zwischenstaatliche Kommission beim Institut für deutsche Sprache Mannheim zu einer Reform der Rechtschreibreform zusammen. Reformkritische Sprachwissenschaftler (u.a. Prof. Ickler, Erlangen, Prof. Veith, Mainz) haben jedoch festgestellt, daß die sog. Rechtschreibreform irreparabel ist. Von den sog. Reformern, die das Rechtschreib-Chaos angerichtet haben, sind in der Zwischenstaatlichen Kommission wiederum jene Sprachwissenschaftler, die schon zuvor in der Wiener Rechtschreibkommission als beratende Mitglieder tätig waren: Prof. Gerhard Augst, Siegen, Dr. Klaus Heller, Mannheim, Prof. Horst Haider Munske, Erlangen, Prof. Dieter Nerius, Rostock, und die Schweizer Dr. Peter Gallmann, Zürich, und Prof. Horst Sitta, Zürich. Von den österreichischen Mitgliedern ist bisher nur Karl Blüml bekannt. Neu hinzugekommen sind Prof. Peter Eisenberg, Potsdam, und Prof. Rudolf Hoberg, Darmstadt. Eisenberg war schon einmal für kurze Zeit in der Wiener Kommission, war aber wegen Meinungsverschiedenheiten ausgeschieden. Er hatte im März 1995 die Rechtschreibreform einer vernichtenden Kritik unterzogen (vgl. Die deutsche Sprache und die Reform ihrer Orthographie. In: Praxis Deutsch, Heft 130, März 1995, S. 3-6). Nicht mehr in der Kommission sind Prof. Günther Drosdowski, Mannheim, Prof. Burkhard Schaeder, Siegen, und Prof. Hermann Zabel, Dortmund. Die Lehrerinitiative gegen die Rechtschreibreform ist der Meinung, daß die Rechtschreibkommission von vornherein einseitig zusammengesetzt worden ist. Die für die Zusammensetzung verantwortliche Instanz hat manipulativ die sprachwissenschaftlichen Reformkritiker nicht in die Kommission aufgenommen. Deswegen konnten die Reformer ungehindert ihr jeweiliges persönliches Steckenpferd reiten und zum Teil durchsetzen. Die sprachwissenschaftlichen Reformkritiker (u.a. Glück, Ickler, Stetter, Veith) haben inzwischen die Neuregelung weitgehend analysiert und festgestellt, daß sich die Reform nicht auf die Orthographie beschränkt, sondern auch in die Semantik, die Grammatik und die Phonetik eingegriffen hat, wobei viele Feinheiten der Sprache zerstört wurden. Die Lehrerinitiative gegen die Rechtschreibreform stellt fest, daß auch das eigentliche Reformziel der Vereinfachung der Rechtschreibung nicht erreicht worden ist, weil die Schüler keineswegs weniger Rechtschreibfehler machen, sondern eher mehr, da neue Fehlerquellen entstanden sind. Das Weniger-Fehler-Märchen der Kultusminister ist widerlegt worden (SZ 03.03.97, S. 9, SZ 06.03.97, S. 10, SZ 22.03.97, S. 11). Um die bisherige Rechtschreibsicherheit wiederherzustellen, fordert die Lehrerinitiative daher in ihrer Petition an den Bundestag die sofortige Rückkehr zur bisherigen Rechtschreibung. Für diese Petition sammelt die Lehrerinitiative laufend Unterschriften von Lehrern und Hochschullehrern. Darüber hinaus fordert sie die sofortige Ablösung aller Kommissionsmitglieder, die dies Unheil angerichtet haben und als Autoren, Vorwort- und Geleitwortschreiber u.ä. an profitablen Geschäften u.a. mit den Wörterbuchverlagen beteiligt sind und schon deswegen in einer erheblichen Interessenkollision stehen. Schon Eisenberg kritisierte hinsichtlich der Broschüre ‹Informationen zur neuen deutschen Rechtschreibung", Duden-Verlag, Dezember 1994: ‹Die Broschüre stellt eine fragwürdige Vermischung der offiziellen Funktionen einiger Autoren des Reformvorschlages mit privaten Interessen an einer Vermarktung der Reform dar." (In: Die deutsche Sprache und die Reform ihrer Orthographie. In: Praxis Deutsch, Heft 130, März 1995, S. 3). Das Rechtschreib-Chaos beweist, daß diejenigen, die das Chaos angerichtet haben, die Aufgabe der Reform nicht bewältigt haben. Auch auf Grund ihrer Befangenheit befinden sich die Reformer in einem weiteren Interessenkonflikt. Daher ist es irrwitzig und höchst dubios, daß man die Reformer jetzt auch noch zu ihren eigenen Kontrolleuren ernannt hat. Nach Vorstellung der Lehrerinitiative sollen von den Verlagen unabhängige Sprachwissenschaftler, Journalisten, Schriftsteller, Lehrer und Vertreter anderer 'Sprachberufe' eingesetzt werden und darüber beraten, was am Duden verbessert werden muß. Prof. Helmut Glück, Bamberg, schrieb: ‹Viele Sprachwissenschaftler haben sich mit ihrer Kritik nur deshalb zurückgehalten, weil sie eine andere Erwartung mit der Reform verbanden. Sie hofften, daß ... Instanzen die weitere Entwicklung unserer Rechtschreibung pflegend und steuernd begleiten ... An künftigen Entscheidungen müssen Journalisten, Schriftsteller und Vertreter anderer 'Sprachberufe' maßgeblich beteiligt sein. ... Ganz schlecht wäre es, wenn die 'Kommission für Rechtschreibfragen' des Instituts für deutsche Sprache in Mannheim, die die nun beschlossene Reform entwickelt hat, einfach weitermachen könnte, nur mit viel größeren Kompetenzen als bislang. Sie hat eher einseitig aus der Perspektive des Schreibenlernens argumentiert. ... - Es wäre fatal, wenn die fälligen Entscheidungen in Mannheimer Hinterzimmern ausgeheckt würden."(Rechtschreibreform: Nichts für Hinterzimmer. In: DIE WELT 13.12.1995, abgedruckt in: Zabel: Keine Wüteriche am Werk, 1996, S. 317). Die Zusammensetzung der Rechtschreibkommission ist ein dunkles Kapitel, das die Presse noch aufklären müßte.
Vertreter der Initiative "Wir Lehrer gegen die Rechtschreibreform und f˝r eine einheitliche, systematische Rechtschreibung": Helmut Delbanco, StD, Ahlhorn, Dr. phil. Klaus Deterding, Berlin, Stephanus Peil, Westerburg, Manfred Riebe, OStR, Schwaig bei N˝rnberg, Dr. phil. Gerd Witzke, OStR, Nürnberg.Schwaig, den 23.03.1997
Manfred Riebe, OStR stellvertretend unterzeichnet für die oben genannten Kollegen