| Internationale und ausländische außerparlamentarische Initiativen und Bewegungen | ||
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Internationale Interessengemein- schaft München, Wien, Zürich |
Internationale Interessengemeinschaft GEGEN die Rechtschreibreform (IGR) Deutschland - Österreich - Schweiz
Traudl Pekny, Autorin, Postfach 20 16 28, 80016 München, Tel. Inland: (089) 523 21 20, Tel. Ausland: (004989) 523 21 20, Fax: (089) 5 42 09 09. Vgl. BILD-Zeitung München 19.06.97 |
| 2. |
IG Autoren Österreichs |
Dr. Gerhard Ruiss, Seidengasse 13, A-1070 Wien, Tel. 0222 / 526 20 44 - 13, Vorsitzender der IG Autoren Österreichs: "Inzwischen hat die überwältigende Mehrheit der in der "Interessengemeinschaft österreichischer Autorinnen und Autoren" organisierten Schriftsteller die Reform der deutschen Rechtschreibung abgelehnt. In einer Urabstimmung hätten sich 91,5 Prozent der befragten 831 Mitglieder gegen die Reform ausgesprochen, teilte der Verband mit. Knapp 82 Prozent der befragten Autoren wollen sich nach diesen Angaben nicht an die neuen Rechtschreibregeln halten. Gut 67 Prozent zeigten sich auch nicht damit einverstanden, daß ihre Texte in Schul- und Lesebüchern bei Neuauflagen nach den neuen Regeln verändert werden." (Verbot der Volksbegehren gegen die Rechtschreibreform? In: Das Gymnasium in Bayern. Nr. 4, April 1997, S. 27 f.). "Ruiss läßt keine Zweifel aufkommen, daß die Künstler klagen werden, so sie bei neu gedruckten Schul- und Lesebüchern auf unerlaubte Textänderungen stoßen." (Alles täglich 01.08.97, S. 2) "Ein Vertreter des Autoren-Schutzverbandes «IG AutorenÎ sprach von einer amtlich verordneten Schreibweise, die einer Zensur gleichzusetzen sei. Kampflos und ohne Ausschöpfung aller Rechtsmittel wollen die Autoren jedenfalls nicht aufgeben." (Hannoversche Allgemeine Zeitung 08.08.97) |
| 3. |
Landesschulratspräsidenten in Österreich |
Landesschulratspräsidenten Wiens, Oberösterreichs und Salzburgs leisten vehementen Widerstand. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung 08.08.97. |
| 4. |
Österreichische Verleger |
Unterzeichner der Erklärung von Verlegern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz "Fünf Punkte zur Rechtschreibreform", München 06.02.1997: u.a. Dr. Jochen Jung, Salzburg; |
| 5. |
Schweizer Lehrer, die nicht in einer Initiative gegen die Rechtschreib- reform organisiert sind |
"Bis zum Stichtag, dem 1. August 1998, ist es Erziehungsbehörden und Lehrern freigestellt, welche Ortografie-Regeln sie anwenden wollen. ... Eine einheitliche verbindliche Linie für Lehrer gibt es nicht. ... Beat W. Zemp, Mathematik- und Geografielehrer an der Kantonsschule Liestal, zugleich Zentralpräsident des Dachverbands Schweizer Lehrerinnen und Lehrer läßt die Verbandspresse nach den alten Regeln schreiben: «Wir haben uns sinnvollerweise entschlossen, mit dem Vollzug bis August 1998 zu warten.Î ... Aus ähnlichen Überlegungen warten auch andere Lehrer: «Viele Kollegen ärgern sich maßlos über die Reform. In unserem Schulhaus gehen die Meinungen weit auseinanderÎ, sagt Jean-Pierre Simmen, Deutschlehrer an der Kantonsschule Solothurn und Informationsbeauftragter des kantonalen Erziehungsdepartements. ... Mindestens bis Herbst 1998 können also Beamte und Lehrer schreiben, wie sie wollen. ... Schon fürchten altgediente Lehrer böse Folgen, weil den Schülern nicht klar sein wird, was richtig ist und was nicht. So ist es heute in Norwegen. Dort hatte der Streit um die Orthografie-Reform jahrzehntelang gedauert - am Schluß schrieb jeder, wie er wollte. Presse, politische Parteien, Bildungsveranwortliche und Studenten pflegen ihre eigene Schreibweise; sie setzen sich über die Vorgaben des norwegischen Sprachrats hinweg. Schweizer Lehrerinnen und Lehrer fürchten, es könne in der Schweiz auch noch so weit kommen. .... Und wenn ein Kanton die alten Bücher auch nach dem 1. August 1998 weiterbenutzen will, steht dies den Erziehungsbehörden frei. «Es besteht keine Veranlassung, die bestehenden Lehrmittel einzustampfenÎ, heißt es bei der Schweizerischen Erziehungsdirektoren-Konferenz. ... Zahlreiche ältere Lehrer ... würden sich sowieso weigern, ihren Schülern die neuen Regeln zu lehren. ... "Viele Lehrer machen die Faust im Sack oder weigern sich", sagt ein verärgerter Schuldirektor. (FACTS Nr. 33 vom 14.08.1997, S. 16 ff.) |
| 6. |
Schweizer Vertreter in der Rechtschreibreform- kommission |
"Werner Hauck, Chef des deutschen Sprach- und Übersetzungsdienstes in der Bundesverwaltung, erwartet zahlreiche Korrekturen. Bis Ende Jahr werde es noch viele Änderungen geben, sagt er als Mitglied der internationalen Korrekturkommission des neuen Regelwerks (= Zwischenstaatliche Rechtschreibkommission in Mannheim). Allein für die Wörterbücher von Duden und Bertelsmann sind mittlerweile 8.000 Änderungen beantragt." (FACTS Nr. 33 vom 14.08.1997, S. 19.) |
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7. |
Schweizer Schriftsteller, die nicht in einer Initiative gegen die Rechtschreib- reform organisiert sind |
- Schriftsteller wie Peter Bichsel und Adolf Muschg sowie einige Buchverlage boykottieren die neue Rechtschreibung (aus: Motion Dr. Najman vom 17.06.97).
- Dr. phil. Salcia Landmann, St. Gallen: "Der neue Duden SCHAUT dem Volk nicht aufÌs Maul, der HAUT ihm aufÌs Maul ..." - "Dass Völker (kulturell) untergehen, gibt es häufig. Dass sie mit dem Mord an ihrer Muttersprache den Selbstvernichtungsprozess einleiten - das kann nur den Teutonen einfallen!" |
| 8. |
Schweizer Verleger |
Egon Amann, Zürich, Unterzeichner der Erklärung von Verlegern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz "Fünf Punkte zur Rechtschreibreform", München 06.02.1997.
"Die meisten Verlage sind zurückhaltend mit den teuren Überarbeitungen. «Die Diskussionen in Deutschland haben uns vorsichtig gemachtÎ, sagt Ernst Hofmänner, Verlagsleiter des St. Galler Lehrmittelverlags. Der Verlag hat von rund 30 lieferbaren Titeln heute nur zwei Sprachbücher im Sortiment, die nach den neuen Rechtschreib-regeln verfaßt sind. Auch der Lehrmittelverlag des Kantons Basel-Stadt will vorerst von 50 Buchtiteln nur ein Buch korrigieren - ein Liederbuch. "Es wäre finanziell nicht verantwortbar", sagt Ignaz Holenstein als Ressortleiter beim Thurgauer Lehrmittelverlag, «auf diesen Herbst alle Titel neu zu machen.Î ..." Daniel Keel, Diogenes-Verlag, Zürich: "Der Schweizer Verlag entschied sich mit Suhrkamp, S. Fischer und weiteren deutschen Verlagen, die Reform nicht umzusetzen. Die Haltung des größten Schweizer Belletristikverlags wirkt sich direkt auf den Inhalt der Schweizer Lese- und Literaturbücher für Schüler aus. Texte, die von deutschen Autoren und von Schweizer Autorinnen und Autoren für den Schulgebrauch gedruckt werden, müssen so bleiben, wie sie einst geschrieben wurden." (FACTS Nr. 33 vom 14.08.1997, S. 18 f.) |